Carl Friedrich Neumann

male (1793–1870)

Alternative Names: Karl Friedrich Neumann; Julius Lazarus Bamberg

Translations

13
  • Biao you mei 摽有梅: Mädchensehnsucht (Anonymous (Shijing))
    Es fielen die Pflaumen herab, nur sieben blieben hängen, eia! Ihr mich begehrende Jünglinge, jetzt ist die glückliche Zeit, eia! Es fielen die Pflaumen herab, nur drei blieben hängen, eia! Ihr mich begehrende Jünglinge, jetzt ist der Augenblick, eia! Es fielen alle Pflaumen herab, in Körbchen sammelt man sie; Ihr mich begehrende Jünglinge, jetzt o so eilet doch!

    in: Scherr, Johannes (ed.). Bildersaal der Weltliteratur. Stuttgart: A. Kröner, 1869. p. 16.
    in: Scherr, Johannes (ed.). Bildersaal der Weltliteratur, Band 1. Stuttgart: Gebrüder Kröner, 1885. p. 15.
    in: Wille, Bruno. Die Weltdichter fremder Zungen und Schätze aus ihren Werken in deutscher Nachdichtung. Von den Veden bis Tolstoi.. Berlin: Märkische Verlagsanstalt, 1911. p. 66.
    in: Zoozmann, Richard. Amors Possenspiel. Der "Unartigen Musenkinder" Neue Folge. Liebesgedichte und Schelmenstücke aus allen Zeiten und Zonen. Leipzig: Hesse & Becker Verlag, 1920. p. 6.
  • Biao you mei 摽有梅: Das sehnsüchtige Mädchen (Anonymous (Shijing))
    Es fielen die Pflaumen herab, nur sieben blieben hängen, eya! Ihr mich begehrende Jünglinge, jetzt ist die glückliche Zeit, eya! Es fielen die Pflaumen herab, nur drei blieben hängen, eya! Ihr mich begehrende Jünglinge, nun ist der Augenblick, eya! Es fielen alle Pflaumen herab, in Körbchen sammelt man sie. Ihr mich begehrende Jünglinge, jetzt, o so eilet doch!

    in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 10.
  • Fou yi 芣苢: Vorsicht der Königin (Anonymous (Shijing))
    Pflücket, pflücket das Kraut Foh-i, Wohlan, spricht sie, pflücket das Kraut. Pflücket, pflücket das Kraut Foh-i, Wohlan, spricht sie, bewahret das Kraut. Pflücket, pflücket das Kraut Foh-i, Wohlan, sammelt das Kraut. Pflücket, pflücket das Kraut Foh-i, Wohlan, haltet das Kraut. Pflücket, pflücket das Kraut Foh-i, Wohlan, spricht sie, traget bei euch dieses Kraut. Pflücket, pflücket das Kraut Foh-i, Wohlan, spricht sie, traget bei euch dieses Kraut.

    in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 8.
  • Ge tan 葛覃: Die Königin kehret heim zu den Aeltern (Anonymous (Shijing))
    Die Pflanze Ko, ausgewachsen, verbreitet sich im Thale und treibet Blätter in Fülle, in Fülle. Der Gelbvogel im Fliegen, so fliegt er im dichten Wald, und es erschallet sein Gesang. Die Pflanze Ko verbreitet sich im Thale und treibet Blätter schon lange, schon lange; Die schneide ab, diese koche, spinne dünne Fäden, dicke Fäden zu Kleidern unverwüstbar. Mir ward das befehlende Wort von der Erzieherin; mir ward das befehlende Wort, das Wort Zurückkehren. Bereitet meine Werktagkleider und richtet zu mit Fleiss mein feines tägliches Gewand; sehet zu, welches des Ausbesserns bedarf, welches nicht, - ich kehre sicherlich zurück zu Vater und Mutter.

    in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 6.
  • Guan ju 關雎: Die jung vermählte Königin (Anonymous (Shijing))
    Auf der einsamen Insel des Stromes singen harmonisch die Vögel Tsiu-kiu; In stiller Zurückgezogenheit liebt das herrliche Weib sich mit dem Trefflichen zu verbinden. Rechts und links ranket ordnungslos die Wasserpflanze Hing-tsai; In stiller Zurückgezogenheit sehnt sich nach ihm schlafend und wachend das treffliche Weib. Sie sehnt sich nach ihm, kann nicht schlafen, nicht wachen, in Gedanken versunken, – Gedankenvoll sich dehnend und wendend, sich wendend und dehnend. Rechts und links pranget herrlich die Wasserpflanze Hing-tsai; In stiller Zurückgezogenheit spielt melodisch das treffliche Weib die Instrumente Kiu und Tse.

    in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 5f.
  • Han guang 漢廣: Tugend der Frauen in Nan-tscheou (Anonymous (Shijing))
    Hohe Bäume leben im Süden, ohne Schatten zu gewähren, Frauen, die am Flusse Han wandeln, werdet ihr umsonst begehren. Der Fluss Han ist gross – nicht zu durchwaten; Der Fluss Kiang ist breit – unmöglich ist's, hinüber zu setzen. Lasset uns Zweige des Unterholzes abschneiden, Die junge Frau befahl heimkehrend ihre Pferde zu füttern. Der Fluss Han ist gross - nicht zu durchwaten, Der Fluss Kiang ist breit - unmöglich ist's, hinüber zu setzen. Lasset uns Laub von den Stauden abschneiden, Die junge Frau befahl heimkehrend die Rosse zu füttern. Der Fluss Han ist groß, – nicht zu durchwaten, Der Fluss Kiang ist breit, – unmöglich ist's, hinüber zu setzen.

    in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 8f.
  • Huang niao "Huang niao huang niao" 黃鳥 "黃鳥黃鳥": Sehnsucht nach dem Vaterlande (Anonymous (Shijing))
    Gelber Vogel, gelber Vogel, setz' dich nicht in die Saat, picke nicht unsere Frucht! Ach, die Leute dieses Reiches sind uns nicht gut gesinnt. Zu unserem Stamme kehren wir zurück; zurück zu unserm angestammten Lande. Gelber Vogel, gelber Vogel, setz' dich nicht auf den Maulbeerbaum, picke nicht mein Getreide! Ach, mit den Leuten dieses Reiches können wir uns nicht verbinden. Zu unserem Stamme kehren wir zurück; zurück zu unsern Brüdern. Gelber Vogel, gelber Vogel, setz' dich nicht auf den Baum, picke nicht meinen Weizen! Ach, mit den Leuten dieses Reiches kann man nicht leben. Zu unserem Stamme kehren wir zurück; zurück zu unsern Vätern!

    in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 14.
  • Jing nü 靜女: Lied des Jünglings (Anonymous (Shijing))
    Die keusche Jungfrau, die schöne, erwartet mich an der Ecke des Walles; Ich liebe sie, ich kann sie nicht sehen und bewege den Kopf hin und her. Die keusche Jungfrau, die herrliche, beschenkte mich mit einem rothen Rohre; Das rothe Rohr mag es noch so glänzen, ich liebe nur die schöne Jungfrau. Heimkehrend vom Schäfer, beschenkt sie mich mit der schönen Pflanze; Nicht die Pflanze, sondern die schöne, schöne Jungfrau möcht' ich zum Geschenke.

    in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 10.
    in: Scherr, Johannes (ed.). Bildersaal der Weltliteratur. Stuttgart: A. Kröner, 1869. p. 16.
  • Jing nü 靜女: Lied eines Jünglings (Anonymous (Shijing))
    Die keusche Jungfrau, die schöne, erwartet mich an der Ecke des Walles; Ich liebe sie, ich kann sie nicht sehen und bewege den Kopf hin und her. Die keusche Jungfrau, die herrliche, beschenkte mich mit einem rothen Rohre; Das rothe Rohr mag es noch so glänzen, ich liebe nur die schöne Jungfrau. Heimkehrend vom Schäfer, beschenkt sie mich mit der schönen Pflanze; Nicht die Pflanze, sondern die schöne, schöne Jungfrau möcht' ich zum Geschenke.

    in: Scherr, Johannes (ed.). Bildersaal der Weltliteratur, Band 1. Stuttgart: Gebrüder Kröner, 1885. p. 15.
  • Jiu mu 樛木: Wie die Königin, zurückgekehrt zu ihrem Gemahle, im Hause waltet (Anonymous (Shijing))
    Im Süden lebt ein Baum mit gebogenen Zweigen und der Epheu Ko umschlingelt, umzingelt ihn; Freude bringt dies dem Treftlichen, Glückseligkeit folgt ihm unwandelbar. Im Süden lebt ein Baum mit gebogenen Zweigen; der Epheu Ko umschlingelt, umzingelt ihn; Freude bringt dies dem Treftlichen, Glückseligkeit erhebt ihn. Im Süden lebt ein Baum mit gebogenen Zweigen, der Epheu Ko umschlingt und umflicht ihn; Freude bringt dies dem Treftlichen, Glückseligen im Uebermass.

    in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 7.
  • Juan er 卷耳: Sehnsucht der Königin im älterlichen Hause (Anonymous (Shijing))
    Sie pflückt, sie pflückt Ringelblumen, und das Körblein wird nicht voll; Ach ich fühle Sehnsucht nach einem Manne, der ferne wandelt! Jagt' ich durch bergiges Land, und mein Pferd wäre ermüdet. Dann tränk' ich Wein aus jenem goldnen Pokale mit den Meinen, Und die Sehnsucht wär' gestillt. Sprengt' ich über hohe Felsen, und mein Pferd würde blau und gelb, Dann tränk' ich Wein aus jenem Horngefäss mit den Meinen, Und die Gedanken der Schwermuth wären zu Ende. Hätt' ich doch jene steilen Abhänge erstiegen, Wären auch die Pferde erkrankt, die Freunde erkrankt. ... Ach für jetzt kann ich blos seufzen!

    in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 6f.
  • Lin zhi zhi 麟之趾: Glückseligkeit des Landes (Anonymous (Shijing))
    Die Füsse des Lin sind die treuen Fürsten. O das Lin! Das Haupt des Lin sind die treuen, edlen Geschlechter. O das Lin! Das Horn des Lin sind die treuen, edlen Stämme. O das Lin!

    in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 9.
  • Na 那: Ahnenfeier des Fürstenhauses Schang, 1. "O wie viele, o in welch' schöner Ordnung stehen" (Anonymous (Shijing))
    O wie viele, o in welch' schöner Ordnung stehen bereitet unsre Trommeln Tao ku! Ich berühre die Trommeln, um mit den Tönen zu erfreuen unsere ehrwürdigen Ahnen. Ich der Enkel Tang's lass grosse Musik erschallen, die Seele zu beruhigen, und sinne, mich zu vervollkommnen! Die Trommeln Tao ku bringen immerdar treffliche Harmonie, die Blasinstrumente Ku an stimmen mit ihnen überein, und harmonisch gesellt sich dazu das Instrument King zur grössten Verherrlichung, so ich ein Enkel Tang's. Herrlich ertönt die grosse Jong und die mannigfachen Männerkünste, wie erfreulich sind sie nicht! Ich habe so treffliche Gäste, dass ich meine Freude nicht aussprechen kann. Was uns von den frühern Generationen Altes überliefert wurde, das achte und verehre ich von Morgen bis Abend; Wenn ich handle, bin ich immer erfüllt von Ehrfurcht (vor den Thaten der Vorfahren). Ich denke mich zu nahen, und das Opfer zu bringen. O steht mir bei, dem Enkel Tang's!

    in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 39.